Aktuelle Studie zeigt: immer noch zu viele Vorurteile
Ein Fünftel der Nordrhein-Westfalen neigt zu Vorurteilen und einer feindseligen Einstellung gegenüber Schwulen, Lesben und Transsexuellen. Das ist ein Ergebnis einer am Mittwoch vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter vorgestellten aktuellen Auswertung einer Langzeitstudie der Universität Bielefeld. Die Betroffenen erleben Mobbing am Arbeitsplatz und in der Schule, Beleidigungen bis hin zur tätlichen Gewalt.

„In der Altersgruppe der Über-50-Jährigen sind im Vergleich zu früheren Generationen weniger Vorurteile vorhanden – da hat sich in den letzten Jahren schon mehr Selbstverständlichkeit entwickelt“, so Sven Wolf. „Bei den Vorurteilen spielt oft Unwissenheit und Unsicherheit eine große Rolle. Das Land versucht nun, mit einer Informationskampagne gegenzusteuern. Das Ziel ist: mehr Akzeptanz und Respekt gegenüber allen sexuellen Identitäten und partnerschaftlichen Orientierungen. Jede und jeder muss ohne Angst vor Ausgrenzung und Anfeindung in Nordrhein-Westfalen leben können. Im Bundesvergleich liegt NRW im Mittelfeld, aber wir können noch mehr tun.“
„anders und gleich – Nur Respekt Wirkt“ – so lautet die Kampagne, die zu mehr Offenheit und Selbstverständlichkeit beitragen soll. Ab nächsten Montag gibt es für zwei Wochen Plakate auf InfoScreens in den Hauptbahnhöfen Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Bielefeld und Bonn. Zwei Broschüren – die „Fibel der vielen kleinen Unterschiede“ über sexuelle und geschlechtliche Identitäten und Lebensformen und die Publikation „Regenbogenfamilie werden und sein“ über gleichgeschlechtlichen Partnerschaften mit Kindern – sollen helfen, Vorurteile abzubauen.
Broschüren und Plakate gibt es auf www.andersundgleich-nrw.de.